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Trommler klein

 

Heijoo und Willkommen auf den Seiten der Karnevalsgesellschaft 

Rote Funken Neunkirchen e.V.

 

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Chronik der Karnevalsgesellschaft Rote Funken

Es gehört zum guten närrischen Brauchtum, die sogenannten Schnapszahlen an Jahren närrisch zu begehen.

2006 wurden die Roten Funken 55 Jahre alt, und ihre Geschichte ist so vielfältig mit Bekanntem und Unbekanntem, mit Bemerkenswertem und Nebensächlichkeiten, dass es schon eine diebische Freude macht, die Geschichte(chen) zu erzählen.

Wie schon sooft  in der langen Geschichte der Menschheit, haben wir was gut war und ist, der Kirche zu verdanken.

Gehen wir also zurück zur Fastnacht 1951. In allen kleinen und großen Sälen und in vielen Wirtshäusern der Stadt fanden in den Fastnachtstagen, Kappensitzungen, Nasenabende und Maskenbälle statt.

Die Nachkriegszeit war am Ausklingen und es war ein großer Nachholbedarf vorhanden, Feste zu feiern. Und es wurde so feste Fastnacht gefeiert, daß diese ins Gerede kam.

Man munkelte, auf dem Borussenball soll es so toll zugegangen sein, daß die letzten Zecher erst bei Tageslicht das evangelische Gemeindehaus verlassen hätten.

Aufreizende Masken und ärmellose Blusen, sehr kurze Röckchen und tiefe Dekolletés hätten unter Einwirkung des Alkohols in Ecken und Fluren die Sittlichkeit gewaltig in Gefahr gebracht. Man habe sich nicht nur geküßt; so munkelte man.

Dieses Gemunkel erreichte auch klerikale Kreise und man war aufs Äußerste empört. Pastor Johann Schmidt, der Don Camillo von St. Marien, stieg auf die Kanzel, hängte symbolisch ein Tuch über Jesus, und hielt am Fastnachtssonntag eine Predigt, die sich gewaschen hatte. Ein Urgewitter donnerte über die ahnungslose Gemeinde gegen den Zerfall der guten Sitten im Allgemeinen und gegen die Ausschweifungen an Fastnacht im Besonderen.
 
Das Treiben in Neunkirchen wurde besonders als abschreckendes Beispiel hervorgehoben.

Seine Worte schlugen ein wie eine Bombe und die frommen Schäflein gingen ganz verstört nach Hause, tief im Unterbewußtsein der Gedanke, etwas versäumt zu haben.

Auch die Kolpingfamilie hatte einen Fastnachtsball veranstaltet. Aber dort gab es weder Ausschweifungen  noch Völlerei, weder kurze Röcke noch tiefe Ausschnitte. Es war halt sozusagen eine ”Familienfeier”. Kaum besucht und von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen.

Diese beiden Ereignisse führten in einer Versammlung der Kolpingfamilie zu heftigen Diskussionen. Die einen hielten konsequent zum Prediger und wollten Fastnacht ganz abschaffen.

Die Anderen waren etwas toleranten und meinten, ”die fastnächtlichen Ausschweifungen” seien in Neunkirchen nicht schlimmer gewesen als anderswo, man solle sich nicht so künstlich aufregen.

Eine dritte Gruppe meinte: Adolf Kolping habe bereits Freude und Frohsinn vor 100 Jahren als Programmpunkt seiner Gesellenvereine die Fastnacht gefördert und die Neunkircher Kolpingfamilie habe bereits nachweislich 1881 Karnevals gefeiert, und vor allem müsse man das Übel an der Wurzel packen nach dem Motto: Von ”Zoten frei, die Narretei”. Und genau diese Gruppe setzte sich durch. Der damalige Präses der Kolpingfamilie, Adolf Wiedenfeld, selbst ein närrisches Gewächs von Rhein, rief 1951 einen Stab um sich, der für 1952 eine Prunksitzung und einen Rosenmontagsball vorbereiten sollte. 

Am 10.02.1952 stieg die erste Kappensitzung im Bergmannsheim. Die Elferräte in prächtigem Gala. Schwarzer Anzug mit weißem Revers und funkelnagelneuen Narrenkappen aus einer Serienanfertigung.

Es gab kein festes Programm; die Sitzung war improvisiert und wer etwas sagen wollte, meldete sich zu Wort. Es wurde viel gesungen und geschunkelt, und mehr geredet als heute üblich ist.

Mitten in dem närrischen Treiben gab es plötzlich einen Tusch. Der Präses Adolf Wiedenfeld betrat die Bühne und schritt zum Elferratstisch, in der Hand eine große Hutschachtel.

Niemand ahnte, was da kommen sollte. Er ging ans Mikrofon, entrollte eine Pergamentrolle und verlas eine Proklamation folgenden Inhaltes:

”Kraft meines Amtes als Präses der Kolpingfamilie stelle ich hiermit eine neue Sparte der Kolpingfamilie zur Verbreitung von Freude und Frohsinn und zur Pflege des karnevalistischen Brauchtums vor. In diese Sparte wird eine närrische Garde rekrutiert, die künftig als Stadtsoldaten Uniformen in den Farben rot-weiß und diesen Tschako tragen soll. Rote Funken sollen sie heißen. Dabei entnahm er der Hutschachtel einen roten Tschako mit weißer Straußenfeder, hielt ihn in die Höhe und setzte ihn unter Beifall des ganzen närrischen Hauses, Günter Bogler aufs Haupt, der damit der erste Funkengardist war.


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Präses Wiedenfeld verliest die Gründungsurkunde der Roten Funken


So wurden die ”Roten Funken” die Präses Wiedenfeld mit seinen Mannen schon ¾ Jahr vorher gegründet hatte, aus der Taufe gehoben und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Präsident des ersten Elferrates und Vorsitzender der Gesellschaft war Josef Jochem.

Sogar ein Spielmannszug mit Pfeifen und Trommeln entstand unter dem Tambourmajor Oskar Ost, und Willi Detemple sorgte später für den weiteren Ausbau des Spielmannszuges.

Eine Tanzgarde gab es nicht, weibliche Soldaten waren bei den Funken verpönt.

Es gab lediglich ein Funkenmariechen mit hochgeschlossener Uniformjacke und wadenlangem Faltenrock, der durch ein Stahlband beschwert am Hochfliegen gehindert wurde.

Es dauerte fast 15 Jahre, bis sich die ”Roten Funken” unter dem heftigen Druck des Publikums eine weibliche Garde zulegen. Heute gehören sie zum festen Bestandteil der Funken, sie sind aus den Sitzungen nicht mehr wegzudenken.

IMG_0063 Erster “Funkenwagen” im Rosenmontagszug 1953
 
In den ersten 22 Jahren sind Namen wie Hans Thömmes, Ernst Wilding, Paul Schall, Karl Heinz Schwehm. Helmut Lang, Willi Stein, Karl Josef Meiser, Ottmar Hallauer,  Josef Becker, der damalige Lokalredakteur der SVZ, Udo Funk über die Landesgrenzen hinaus als Büttenredner bekannt geworden. Emil Schild und Theo Blügel, die später beim Karnevalsverein Eulenspielgel tätig waren, sollten dabei nicht vergessen werden. Mit den Figuren ”Strubbes und Lappes, schufen Hans Thömmes und Ernst Wilding ein Doppelpaar, das zur damaligen Zeit ohne Konkurrenz war.

Ernst Wilding komponierte für die Funken sage und schreibe 15 Lieder, die alle unter der funkeneigenen Hauskapelle unter Leitung von Peter Woll ihre Premiere erlebt haben.

Was wären die Sitzungen ohne Sänger. Lassen Sie mich einige Namen nennen: Alois Bengert, Hans Haßdenteufel, Willi Detemple, Hein Meyer, Dieter Kuckelkorn. Sie alle entpuppten sich als wahre Stimmungskanonen.
 
Dieter Müller und Wolfgang Schallmo, als die ”Zwei Schlippcher” sangen sich über Jahre hinweg in die Herzen des Narrenvolkes.

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Doch wie jeder Verein und jede Gesellschaft im Laufe der Jahre Höhepunkte und Tiefpunkte erlebt, blieben auch die ”Roten Funken” nicht von Durststrecken verschont.

Nicht zu Unrecht nennt die Saarbrücker Zeitung, damals vertreten durch den heutigen Lokalredakteur Gerd Meiser, das 2. Jahrelft als die kritischen sechziger Jahre. Doch mit einer gewissen Zähigkeit und einer gehörigen Portion Wut im Bauch, über diesen Artikel, wurde auch diese Talsohle langsam überwunden.

Als die Funken zu Beginn der 70ger Jahre in den neuen Saal des Kolpinghauses einziehen konnten, ging es mit ”Frischem Wind” wieder aufwärts. Sie steigerten ihre karnevalistischen Leistungen und damit ihre neue Attraktivität von Jahr zu Jahr und machten tatsächlich das 3. Jahrelft zu einer ”euphorischen Glanzzeit”.

Richard Martin,  jahrelang 2.Vorsitzender hatte das Ruder  der Gesellschaft von Hans Manderscheid in seine festen und bewährten Hände übernommen.

Karl Josef Meiser, der sich bis dahin seine Orden als Fanfarenbläser und Büttenredner verdient hatte, übernahm 1973 als Nachfolger von Josef Jochem, der 22 Jahre lang präsidierte, den Vorsitz in den Sitzungen. Beide steuerten den Verein zu glanzvollen Höhen.

Der Fanfarenzug unter Rudolf Eiden und Karl Heinz Dinies wurde so stark und blies so gewaltig, daß fast die Wände des neuen Hauses einzustürzen drohten.

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Fanfarenzug früherer Jahre


Unter Walter Schulz wurde die Entwicklung vom reinen Fanfarenzug zum Musikzug weiter vorangetrieben.

Die verschiedenen Mädchengarden und Kindergruppen und Mariechen unter Leitung der Damen Monika Gimmler Anni Leiser, Heidi Eiden, Antonia Meiser, Gabi Sieren, Monika Knichel, Karin Kempf, Gabi Behr u. Christine Schneider, legten Gardetänze auf die Bretter und demonstrierten Schautänze wie sie bis zu diesem Zeitpunkt von dem Funkenpublikum noch nicht gesehen wurden.

Die Büttenredner Friedhelm Blügel, Georg Weiß, Ernst Clos, Franz Wilhelm Knichel, Wilhelm Leibrock, Klaus Nonnenmacher, Franz Josef Urschel und damals als jüngster Peter Meiser, setzten die Tradition ihrer Vorgänger mit Bravour fort.

Es kamen noch hinzu: Hans Jürgen Sieren, Klaus Peter Eiden, Michael Schley, Jörg Rech, Alexander Müller-Benz sowie Lisa Regitz.

Sie bestimmten teilweise das Geschen aus der Bütt von 1973 bis zum heutigen Tag.

In den letzten Jahren sind neue Redner dazugestoßen: Ralf Ramm, Gisela Schröder, Ute Müller, Daniel Müller und Daniel Winzent.

Auch sie werden Garanten sein, dass die Faszination einer geschliffenen Büttenrede ihre Wirkung nicht verlieren wird.

Die Thekensteher, 1973 ins Leben gerufen, sorgten mit eigenständigen Büttenliedern für eine völlig neue Darbietung bei den Funken und brachten damit Schwung ins närrische Spektakel. Überschläglich gerechnet umfaßte ihr Repertoire in den 22 Jahren ca. 130 aktuelle Themen verpackt in ca. 180 verschiedenen Melodien.
 
Gründungsmitglieder waren: Bogler Günter, Scherschel Horst, Hemmer Peter, Wagner Gerhard, Nonnenmacher Klaus, Sieren Hans, Müller Martin, Honig Theo Hertel Heinz und als Wirtin Monika Knichel.

Und das alles vollzog und vollzieht sich im Saale des Kolpinghauses bzw. Bürgerhauses das mottogerecht entsprechend phantasievoll geschmückt war. Manfred Schneider gestaltetet in den ersten Jahren das Bühnenbild. Hans Bogler trieb die künstlerische Perfektion auf die Spitze. Jürgen Wagner, seit 1979 der Gestalter des Bühnenbildes, setzte jedes mal das Publikum in Erstaunen und sorgte in Verbindung mit dem Programm mit seinem Bühnenbild für den garantierten Erfolg.


Die Funken steigerten sich also von Jahr zu Jahr und haben ihr Publikum so sehr verwöhnt, daß es aller Anstrengungen bedurfte, dieses Niveau zu halten.

Alles in allem, die ”Roten Funken” haben sich seit der Predigt von Pastor Johann Schmidt von St. Marien prächtig entwickelt; und sie haben die Neunkircher Fastnacht in jeder Beziehung wesentlich bereichert.

Die Vorsitzenden, die die Geschicke des Vereins in den letzten 55 Jahren lenkten waren: Josef Jochem, Schneider Felix, Hans Manderscheid, Richard Martin, Holger Westermann, Heinz Gillenberg, Franz Werner Ludwig, Peter Wirges und seit 2006 Alexander Müller-Benz. 2007 wurde das Amt des Vorsitzenden in Präsident umbenannt.

Eine Seltenheit ist es wohl, daß in den ersten 44 Jahren ”Rote Funken” nur 2 Elferratspräsidenten für die Programmgestaltung verantwortlich waren. Lediglich 1956 vertrat Werner Scherer in den Sitzungen den damaligen Elferratspräsidenten Josef Jochem wegen eines Trauerfalles. Dem zum Ehrenpräsident ernannten Karl-Josef Meiser folgten ab 1999 Peter Meiser, Hans-Jürgen “Josh” Sieren und Michael Schley als Elferrats- bzw. Sitzungspräsident nach.

All das war nur möglich, weil sich zu allen Zeiten Enthusiasten der Pflege des karnevalistischen Brauchtums verschrieben haben und weil stets Idealisten bereit waren, anderen Freude und frohe Stunden zu bereiten.

Zu dieser Gruppe möchte ich vor allem diejenigen zählen, die unerkannt unter und hinter der Bühne sowie in den Vorbereitungen das ganze Jahr über tätig sind.

Das ist in erster Linie die Organisation, ohne die gar nichts läuft. Dazu gehört auch der Nähkreis, die das ganze Jahr über verantwortlich sind, dass die Garden mit ihren prächtigen Kostümen richtig zur Geltung kommen. Und zu guter letzt der Vorstand eines Vereines.

All diese Leute für die Öffentlichkeit unbekannt, haben an den Erfolgen der ”Roten Funken” mitgewirkt und den Verein zu dem gemacht, was er heute ist.

Das 6. Jahrelft der Roten Funken hat begonnen.

Es sei an die Worte von Ruth Limburg, der Tochter des Mitbegründers Felix Weis erinnert:

Die Söhne, Töchter und Enkel der Gründungsmitglieder, sowie alle echten Funken, werden das Erbe zu wahren wissen. Sie werden dafür sorgen, daß die ”Roten Funken”  stets in neuem Glanz am Narrenhimmel erstrahlen.

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Prinz Peter und Prinzessin Antje, das 1. Prinzenpaar des NKA


Die Präsidenten/Vorsitzenden der KG Rote Funken e.V.

1951 - 1961 Josef Jochem +
1961 - 1963 Felix Schneider +
1963 - 1972 Dr. Hans Manderscheid +
1972 - 1980 Richard Martin +
1980 - 1984 Holger Westermann
1984 - 1988 Heinz Gillenberg +
1988 - 1993 Franz Werner Ludwig
1993 - 2006 Peter Wirges
seit 2006 Alexander Müller-Benz

Die Elferrats- /Sitzungspräsidenten der KG Rote Funken e.V.

1951 - 1973 Josef Jochem +
1973 - 1999 Karl Josef Meiser
1999 - 2001 Peter Meiser
2001 - 2007 Hans Jürgen Sieren
seit 2007 Michael Schley

Die Ehrenpräsidenten der KG Rote Funken e.V.

seit 1974 Josef Jochem +
seit 1999 Karl Josef Meiser